Herkömmliches Denken zur Hufrehe:

  • Fütterungsrehe: Früher war der Tierarzt bei Hufrehe klassischer Weise mit kleinen, viel zu dicken Ponys mit zu wenig Bewegung konfrontiert. Rasantes Graswachstum mit hohem Proteingehalt im Frühjahr zählt dann als Auslöser für die Entzündung der Huflederhaut und die Toxinbildung. Derart vorgeschädigte Lamellen vor allem in den Vorderhufen, die den Hauptanteil des Pferdegewicht tragen,  zeigen dann beim kleinsten Diätfehler Mangeldurchblutung und Intoxikation. Auflösungsprozesse im Blättchenhorn der Hornkapsel führen zur Absenkung des Hufbeines. Hufbeinrotation und das tödliche Ausschuhen stehen am Ende der Krankheit.

Bereits in diesem Denken, spielt die Fütterung eine wichtige Rolle. Allerdings wurden Faktoren wie Mineral- und Vitaminversorung, Fruktangehalt in Gras und Heu oder die Bedeutung einer Kräutervielfalt noch nicht mit eingezogen.

 

  • Belastungsrehe: Bei einseitig, hochgradig schmerzhaften Entzündungen einer Vordergliedmaße droht der Hornkapsel des anderen Vorderhufes eine derartige Hufrehe. Vor allem Sehnenverletzungen der Beugesehnen oder des Fesselträgers sind hochgradig schmerzhaft. Bei deren Therapie sowie der Behandlung von Frakturen, die eine Ruhigstellung der einen Vordergliedmaße erfordern, ist das richtige Maß an Schmerzausschaltung wichtig. Einerseits sollte das primär geschädigte Gewebe nur bedingt belastet werden, andererseits darf auch keine Überbelastung des kontralateralen Hufes erfolgen. Das Tapen der Hornkapsel und Bandagieren des Beines wird mitunter als Gegenmaßnahme durchgeführt.

 

  • Geburtsrehe: Insbesondere nach einem sogenannten „Nachgeburtsverhalten“ droht eine vermehrte Ausschüttung von Endotoxinen im Bereich des Hufbeinträgers. Die Fruchthüllen um das Fohlen, gehen normalerweise innerhalb von 3 Stunden post partum vollständig ab. Bleiben diese Hüllen, in der Regel im nicht trächtigen Horn der Gebärmutter länger hängen, kann es zu Entzündungsprozessen mit Endotoxin Schock und Hufrehe kommen.